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Ein Hinweis vorweg:

Das Abhören des polizeilichen und nicht polizeilichen BOS-Funks ist strafbar!
(s. §§ 88, 89 und 148 Telekommunikationsgesetz)

 

Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, kurz BOS genannt, zu denen in Deutschland auch die Feuerwehren zählen, müssen im Einsatzfall sicher miteinander kommunizieren könne. Diese Kommunikation wird hauptsächlich über Funk abgewickelt. Der BOS-Funk ist ein nichtöffentlicher mobiler UKW-Funkdienst und ist durch die BOS-Funkrichtlinie reglementiert.

Analoger BOS-Funk

Zur Zeit werden in Deutschland von den Feuerwehren im BOS-Funk hauptsächlich das 4-m-Band (meist Fahrzeugfunkgerät) und das 2-Meter-Band (meist Handfunkgerät) benutzt. Der Fahrzeugfunk auf einem fest zugeteiltem Kanal im 4-m-Band ist regional begrenzt und deckt in der Regel über Relaisfunkstellen den gesamten Landkreis ab, in dem die Feuerwehr beheimatet ist. Hier erfolgt die Kommunikation mit der Einsatzleitstelle, anderen BOS oder den Fahrzeugen untereinander.

Über diesen Kanal wird auch das Funkmeldesystem FMS abgewickelt. FMS ist ein tonfrequentes Übertragungssytem zur schnellen und automatisierten Übermittlung von Routinemeldungen (z.B. "Fahrzeug am Einsatzort eingetroffen") an die Leitstelle, bzw. an den Leitstellenrechner. Dadurch wird der Sprechfunkkanal entlastet und für weitere wichtige Gespräche freigehalten.

 4m band

Im Gegensatz dazu hat der 2-m-Funk aufgrund technischer Eigenschaften, geringerer Sendeleistungen und fehlender Relais nur eine begrenzte Reichweite. Er wird daher bei den Feuerwehren als Einsatzstellenfunk mit Handfunkgeräten benutzt und dient vorrangig der Kommunikation unter den Einsatzkräften und der Einsatzleitung.

2m band 

Funkrufnamen

Funkrufnamen dienen der Identifizierung eines Teilnehmers in einem Sprechfunknetz. Sie beziehen sich auf Fahrzeuge, bzw. Fernmeldestellen und sind ein wesentlicher Teil der Funkordnung. Jede Organisation im BOS-Funk hat ihren eigenen Funkrufnamen. Die Bezeichnung im 4-m-Band erfolgt bei den nichtpolizeilichen BOS in Schleswig-Holstein normalerweise nach folgendem Schema:

"Rufname Organisation, Landkreisname, Ortskennziffer / Fahrzeugkennziffer

So lautet z.B. der Funkrufname des Appener Löschgruppenfahrzeuges LF 20/16: "Florian Pinneberg 15/44-1"

Digitaler BOS-Funk

Ein großer Nachteil der analogen BOS-Funknetze sind die fehlenden oder zu schwachen Verschlüsselungsmöglichkeiten, so dass diese Funknetze ohne großen technischen Aufwand abgehört werden können. Ein weiterer Nachteil sind die regionalen Grenzen der analogen Funknetze, die eine Kommunikation über große Distanzen nicht, bzw. nur mit erheblichem technischen Aufwand ermöglichen. Diese Umstände führten zur Entwicklung digitaler Systeme. Der Mitte der 1990er Jahre entwickelte TETRA-Standard wird in mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern bereits genutzt, meisten ins Form regionaler Netze.

Für Deutschland ist jedoch ein einziges und bundesweit einheitliches TETRA-Netz für alle polizeilichen und nichtpolizeilichen BOS vorgesehen. Ein "Mega-Projekt" mit über 500.000 Teilnehmern, dessen Umsetzung ab 2010 über die Bühne gehen soll. Die Planungen sind allerdings noch nicht bis ins letzte Detail abgeschlossen, so dass wir vorerst an dieser Stelle nicht weiter auf TETRA eingehen möchten.