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Eine einschneidende Änderung im Feuerlöschwesen trat mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 ein. Aus der Freiwilligen Feuerwehr Appen wurde der Löschzug Appen. Er bildete mit den Löschzügen Ahrenlohe, Esingen und Prisdorf eine Amtsbezirkswehr.

Der Feuerwehr-Hauptmann erhielt den Titel Löschzug-Führer. Vorstandssitzungen waren von nun an Führerratssitzungen, und eine Versammlung nannte man Dienstappell. Schließlich wurden die Wehren als Feuerlöschpolizei der Polizeiführung des Reiches unterstellt. Entsprechend waren die Uniformabzeichen. Zu dieser Zeit trug der Appener Feuerwehr Chef die Abzeichen eines Obertruppführers. Ein Jahr nach dem Beginn des zweiten Weltkrieges waren 13 der damals 48 aktiven Feuerwehrmänner zum Kriegsdienst einberufen worden. Diese Zahl sollte sich in den folgenden Kriegsjahren noch beträchtlich erhöhen. Deshalb mußten die älteren Männer wieder in den Feuerwehrdienst zurückkehren. Auch Angehörige aus der sogenannten Hitlerjugen wurden zum  Dienst in der Feuerlöschpolizei verpflichtet.

Nach dem Krieg beweisen die ersten Eintragungen im Protokollbuch, dass der gute Geist der freiwilligen Feuerwehren mit dem dritten Reich nicht untergegangen ist. Schon im August 1946 haben die Appener Feuerwehrmänner bei einem Großfeuer die erste Bewährungsprobe der Nachkriegszeit zu bestehen. Unter der Leitung von Alfred Pein erfährt die Wehr einen neuen Aufschwung mit neuen Kräften. Selbst Männer, die nach mehreren Jahren Kriegsgefangenschaft in die Heimat zurückkehren und Heimatvertriebene aus dem Osten treten in die Wehr ein. Die junge Nachkriegswehr wuchs und gedieh. Dank des Entgegenkommens durch die Gemeinde, konnte sie mit ihrer stets auf dem modernsten Stand der Technik gehaltenen Ausrüstung allen Anforderungen der Zeit gerecht werden. Seit 1990 ist es in Appen nichts Besonderes mehr, wenn auch Frauen aus dem Spielmannszug als Feuerwehrassistentinnen der Feuerwehrreserve gerechnet werden. Schon seit längerem erreicht der Ruf nach Hilfe die Männer lautlos. Denn nach dem Getute der Nebelhörner in den ersten Jahren und den folgenden Heulen der Alarmsirenen wird die Wehr heute fast nur noch über Funk alarmiert.